2012

Flogging Molly, Schlachthof Bremen, Germany Juli 2012

Frankfurt; Germany June 2012

Flogging Molly Burg Abenberg, Germany, June 2012

Flogging Molly auf der Burg Abenberg geschriebn für www.celtic-rock.de

Nach 80 Flogging Molly Konzerten geht man zwar voller Vorfreude aber doch eher unaufgeregt zu einem Konzert. Auch wenn man weiß, dass man bald wieder eine faszinierende Show der besten Band der Welt zu sehen bekommt, schleicht sich eine gewisse Routine ein.  Die Abläufe sind immer ähnlich und viele Veranstaltungsorte gleichen sich ziemlich. Doch diesmal bei Nummer 81 war alles anders. Ein Konzert auf einer Burg, noch dazu nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt an dem ich vor einigen Jahren viel Zeit meines Lebens verbracht habe. Schon Tage, wenn nicht sogar Wochen, vorher war ich gespannt was da wohl auf mich zukommen würde. 

 Nach einem mittäglichen Ausflug in die persönliche Vergangenheit kamen wir gegen 17:30 Uhr endlich bei der Burg an. Es war ein heißer Tag und so war erst mal ein Bier im Biergarten der Burg, der einen wunderschönen Ausblick über das Städtchen Abenberg bietet angesagt.  Während wir auf unsere Freunde mit denen wir uns verabredet hatten warteten, betrachteten wir die anderen Gäste des Biergartens und dachten bei uns, dass die am Abend eine gewaltige Überraschung erleben würden. Aus irgendeinem Grund entstand der Eindruck, dass es sich um verklärte Irland Urlauber handelt die bei folkigen Klängen in Erinnerungen an die grüne Insel schwelgen wollen. Aber weit gefehlt, später am Abend hat uns das Publikum bewiesen, dass wir mit unserer Einschätzung völlig daneben lagen.  

 

Der musikalische Abend begann mit Radio Havanna die wir uns noch vom Biergarten aus anhörten. Das gute Wetter war für die Vorbands nicht von Vorteil. Es war so heiss, dass jeder versuchte ein möglichst schattiges Plätzchen zu finden und vor der Bühne nicht viel los vor.

So ging es auch einer unserer Lieblingsbands Radio Dead Ones. Immerhin hatten sich einige Grüppchen aus dem Schatten gewagt um sich das Konzert aus der Nähe anzusehen, aber die Band hätte sicher ein größeres Publikum verdient. Die Jungs machten jedenfalls das Beste daraus und legten eine tolle Show hin. Wegen mir hätten sie ruhig noch länger spielen können und zumindest meine Begleiter teilten diese Meinung.

 

Als nächstes kamen Smoke Blow. Eigentlich eine sehr gute Band aber an diesem Abend haben sie, für meinen Geschmack, nicht richtig ins Programm gepasst. Nach dem zuvor doch eher klassischem Punk waren sie mir einfach zu hart. Das soll keine Kritik an der Band an sich sein, in einem anderen Rahmen hätten sie mir sicher super gefallen. So haben wir die Gelegenheit genutzt um uns noch mal in den Biergarten zurück zu ziehen…

 

 

 Pünktlich um 22:00 Uhr war es dann endlich Flogging Molly Zeit. Das Intro zu dem die Band auf die Bühne kommt ist bei dieser Tour kurz und knackig und sogar ein Flogging Molly eigener Titel; „The Wrong Company“ vom Album „Within a Mile of Home“.

Mit Hochgeschwindigkeit und „The Likes Of You Again“ gefolgt von „Swagger“ ging es gleich richtig los. Das Publikum brauchte nur wenige Sekunden um sich mitreißen zu lassen und das Areal vor der Bühne in eine riesige Sauna zu verwandeln.  Mit „Speed of Darkness“ und „Revolution“ folgten zwei Titel des aktuellen Albums. Spätestens jetzt wurde uns das erste Mal klar, dass wir uns nachmittags ein völlig falsches Bild vom Publikum gemacht hatten.  Auf mindestens zwei Dritteln des Platzes ging trotz der Hitze im wahrsten Sinne des Wortes der Punk ab.  Gelegenheit zum Luftholen gab es erst wieder als DaSetlistve ein kleines Akustik-Set ankündigte. Bob bekam einen Bar-Hocker auf die Bühne gebracht auf dem er mit seiner Mandoline für die nächsten 3 Songs Platz nahm. Zunächst gab es „The Son Never Shines (on closed doors). Ein Titel der Daves Mutter gewidmet ist und erzählt wie er nach 10 Jahren in den USA zum ersten Mal wieder nach Hause nach Dublin kam, seine Mutter ihm die Tür öffnete und nicht erkannte. Als nächstes wurde „Prayer For Me In Silence“ gespielt, eines der wenigen Stücke bei denen Bridget zum Mikrofon greift.  Mit dem Bob Dylan Cover „The Times They Are A Changin“, Flogging Mollys Beitrag zum Amnesty International Sampler “Chimes Of Freedom”, ging es dann nach einigen sanften Tönen wieder richtig zur Sache. Die Version auf dem Sampler ist sehr nett  kann aber mit der Live Version nicht im Geringsten mithalten.  Mit dem nächsten Titel „Black Friday Rule“ war dann endgültig Schluss mit der kurzen Erholungspause. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt musste ich dem Publikum endgültig Abbitte leisten. Solch einen Circle-Pit habe ich in Deutschland glaube ich noch nicht gesehen. Das war echt beeindruckend liebe Abenberger!

So schön der Abend auch war, mit „7 Deadly Sins“ neigte er sich dem Ende zu. Nach 3 vehement geforderten Zugaben und fast 2 Stunden Spielzeit war dann auch endgültig Schluss mit dem musikalischen Teil des Abends. Nach der Show ließen es sich Flogging Molly jedoch nicht nehmen, wie nach jedem Konzert, direkt von der Bühne noch mitten unter die Fans zu gehen. So wurden dann noch viele Hände geschüttelt, Fotos gemacht und Gespräche geführt.

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