2008

Bericht für Celtic-Rock.de – Auf Tour mit Flogging Molly

Hier sitze ich nun und während ich mich schon sehr auf die nächsten fünf Konzerte freue, wird mir beinahe schmerzhaft bewusst, dass ich bereits fünf Konzerte der besten Band der Welt hinter mir habe. Mein Urlaub neigt sich dem Ende zu. Blicken wir mal zurück: 12. Mai 2008, die Glücksfee hat es gut mit mir gemeint und ich durfte an der “Secret Show” teil nehmen. Das Ganze entpuppte sich als ein ca. 30minütiges Akustik-Set auf dem Titus Gelände in Münster. Endlich gab es das lang ersehnte Wiedersehen mit den Mollys. Komisch nur, keiner wunderte sich, dass ich es zur streng geheimen Show nach Münster geschafft hatte. Viel mehr lautete die fast einheitliche Begrüßung “wo warst Du gestern?” (bei der ersten Show in Deutschland). Der Einstieg in die Flogging Molly Holidays war so jedenfalls perfekt. Vor der Show nette Gespräche mit alten und neuen Freunden, eine halbstündige sehr entspannte Show vor kleinem Publikum und im Anschluss gemütliches Beisammensein bei Bratwurst und Bier. Von letzterem leider ein wenig zu viel. So ging es mit leichtem Kater am nächsten Morgen weiter nach Köln. 13. Mai 2008; Ankunft gegen Mittag in Köln und den Kater erstmal mit einem Bier bekämpft, dann weiter zum Bahnhof um Freunde (zwei davon waren extra aus Kalifornien angereist um uns zu begleiten) abzuholen und gemeinsam noch mehr Bier zu trinken. Die Fantreffen vor den Shows sind inzwischen echt berüchtigt. Und so wurden an zwei Tischen bei Früh in kürzester Zeit 40 Kölsch vernichtet. In bester Laune ging es dann mit der S-Bahn zum E-Werk. Es war ein sehr heißer und schwüler Tag und wir hofften alle auf ein angenehmes Plätzchen vor der Halle um weitere Freunde zu treffen und noch das eine oder andere Getränk zu uns zu nehmen. Welche Enttäuschung . Das E-Werk hat zwar ein Gelände vor der Halle aber dort gab es weder Sitzgelegenheiten noch Getränke. Völlig unverständlicher Weise musste man sich in die überhitze Halle quetschen, sich sein Bier am Getränkestand erkämpfen und das ganze durch die Menge nach draußen jonglieren. Gut, dass mir vor einem Flogging Molly Konzert so gut wie nichts die Laune verderben kann…. Die erste Vorband habe ich aufgrund der Temperaturen im inneren der Halle ausfallen lassen. Sorry, das ist eigentlich unfair aber es war wirklich zu stickig. Die zweite Vorband war Pepper aus Hawaii. Die Jungs spielen einen sehr netten Mix aus Ska und allen möglichen Musikrichtungen. Einzig und allein die Texte sind etwas gewöhnungsbedürftig. Musikalisch aber auf jeden Fall eine gelunge Einstimmung auf den Höhepunkt des Abends. Die Halle kochte schon als das Intro “Babba O`Reilly” von the Who gespielt wurde und als Flogging Molly direkt mit “Paddys Lament” vom neuen Album los legten gab es kein Halten mehr. Der Funke sprang, wie immer, direkt von der Band auf das Publikum über. Etwa nach der Hälfe des Konzerts gipfelte die Spielfreude der Molly in einer spontanen Einlage. Dennis spielte kurz Folsom Prison Blues von Johnny Cash an und die restlichen Bandmitglieder stiegen sofort darauf ein und gaben das komplette Lied zum Besten. Nach einer guten Stunde war es Zeit für die Zugaben. Das ist der Moment der mir selbst als abgebrühten Hardcore Fan immer wieder Gänsehaut beschert. Dave kommt alleine mit seiner Akustik-Gitarre auf die Bühne und beginnt mit Black Friday Rule. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt welche Energie dieser Mann ausstrahlt. Auch wenn die Band nur durch ihre 7, doch sehr unterschiedlichen Mitglieder, das ist was sie ist versteht man nach diesem Song warum Dave, im wahrsten Sinne des Wortes, der King ist. 14. Mai 2008; weiter ging`s nach München und dort direkt am Flughafen in den Biergarten des Airbräu und zünftig gefrühstückt. Dann ins Hotel und nach kurzem Aufenthalt dort weiter zum Sightseeing. Im Biergarten des Hofbräuhauses haben wir Nathen und die Jungs von Pepper getroffen, viel zu lang sitzen geblieben, zum Fantreffen im “Molly Malones” gespurtet, von dort in den Biergarten der Muffathalle. Hiervor kann sich das E-Werk eine gewaltige Scheibe abschneiden. Wenn nicht Flogging Molly gespielt hätten, hätte ich genauso gut den ganzen Abend vor der Halle verbringen können. Vor der Halle ist ein gutes Sichwort. Dort haben wir Stefan und Frank von Fiddlers Green getroffen und uns eine Weile unterhalten. Viele Grüße an dieser Stelle, es ist immer wieder nett euch zu sehen. Zum Konzert selbst gibt es nicht viel zu sagen. Das Publikum hat vom ersten Ton an begeistert mitgemacht, die Setlist war die gleiche wie in Köln (außer Folsom Prison Blues natürlich) und nach der Show war die ganze Band im Biergarten zu finden was unserem Alkohol-Pegel zusätzlich in die Höhe getrieben hat. 15. Mai 2008; zum ersten Mal mit Kopfschmerzen aufgewacht. Hilft nix, der Zug nach Wien wartet nicht auf uns. Also Aspirin eingeworfen, eine Kleinigkeit gegessen und auf geht’s. Wien ist immer eine Reise wert und wenn dann noch Flogging Molly in der Arena auf dem Programm steht kann schon gar nichts mehr schief gehen. Die Arena ist ein recht weitläufiges Gelände mit mehreren verschieden großen Konzerthallen aber auch einem Open-Air-Bereich, der ca. 1500 Zuschauer fasst. Das Wetter war perfekt, die Stimmung bestens und alle Beteiligten hatten viel Freude am Konzert. Bei der Band gipfelte das in einer weiteren Besonderheit und Abweichung von der Setlist. Diesmal wurde “We will rock you” von Queen zum Besten gegeben. Nach der Show konnte man die Molly noch ganz privat in der Arena-Kneipe erleben und so wurde es ein weiterer langer Abend für uns bevor es am nächsten Tag für kurze Zeit nach Hause ging. 19. Mai 2008; nach zwei Tagen zuhause, die zur Erholung bitter nötig waren, ging es zum nächsten Konzert. Diesmal stand Zürich auf dem Programm. Die Schweiz ist immer etwas besonderes. Wir haben viele Freunde dort, die Menschen sind immer sehr entspannt und irgendwie ist es immer besonders schön. Nach unsere Ankunft ging es direkt zum Fantreffen ins Paddy Reillys und von dort, nach eifrigem Vorglühen, weiter zum ausverkauften Volkshaus. Zum Konzert selbst noch etwas zu sagen fällt mir etwas schwer, immerhin war es die fünfte Show in Folge und auch wenn jedes Konzert ein einzigartiges Erlebnis ist kann man es letztendlich doch nur immer wieder mit den gleichen Worten beschreiben. Es war einfach wieder genial. Eine energiegeladene Band wusste vom ersten Ton an das Publikum zu begeistern. Jetzt sitze ich hier, schreibe diesen Bericht und freue mich, dass es morgen (27.5.) nach Brüssel geht und ich noch fünf weitere Konzerte erleben darf. Gleichzeitig bin ich ein bisschen traurig, dass ich bereits fünf Konzerte der besten Band der Welt hinter mir habe und sich mein Urlaub dem Ende zuneigt…..

Flogging Molly Secret Show 12. May 2008, Germany

Flogging Molly 13. May 2008 Cologne, Germany

Flogging Molly, 14. May 2008 Munich, Germany

Flogging Molly, 15.May 2008, Vienna, Austria

Flogging Molly, 19.. May 2008, Zurich, Switzerland

Flogging Molly, 28. May 2008, Brussels, Belgium

Flogging Molly,29. May 2008 Amsterdam, Netherlands

Flogging Molly, 05. June 2008, Dublin, Ireland

Flogging Molly, D�sseldorf 2008

Flogging Molly, Saarbruecken 2008

Flogging Molly Vainsteam Festival 2008

Flogging Molly St. Gallen

Flogging Molly, Nuernberg 2008

Flogging Molly, Kiel 2008

Flogging Molly, Malmo 2008

Flogging Molly, Berlin, Germany 2008

Flogging Molly, Oberhausen, Germany 2008

Flogging Molly, Wiesbaden, Germany 2008

Flogging Molly, Munich 2008, Germany

Bericht für Celtic-Rock.de Vom Freud und Leid eines Flogging Molly Fans

Mein Pech fing schon auf der Hinreise an. Mein Zug von Mannheim zum Frankfurter Flughafen (Frankfurt ist nur knapp 80 km entfernt und die Fahrt dauert normalerweise 30 Minuten) hatte dermaßen Verspätung, dass ich meinen Flug nach Amsterdam verpasst habe. Damit war dann auch gleich mein komplettes Sonderangebotsticket, also auch der Rückflug, verfallen. Ich hätte darauf hin die Reise am liebsten einfach sein lassen, aber ich war in Begleitung einer Freundin, die ihren Freund in Antwerpen überraschen wollte und die wollte natürlich unbedingt fliegen. Nachdem die Lufthansa nur noch 450 € Flüge hatte sind wir zum L-Tur Schalter und haben dort noch ein “Schnäppchen” für 230€ pro Person ergattert. Allerdings Rückflug, nicht wie geplant, am Freitag sondern erst Samstag. Während der Wartezeit auf den nächsten Flug habe ich versucht meine Regress-Ansprüche gegenüber der Bahn abzuklären. Theoretisch kann man wohl das neue Flugticket erstattet bekommen, praktisch wird das aber sicher schwierig weil unsere Fahrkarte nicht kontrollierte wurde und ich folglich nicht beweisen kann, das wir in dem verspäteten Zug waren. Trotz allem Bemühen konnte ich jedenfalls vor Ort nichts mehr bewegen und wir wären, weil das Ganze gedauert hat und meine Freundin noch nach Sprengstoff durchsucht worden ist, fast noch zu spät zum Boarding gekommen. Der Flug war dann ok und nachdem wir pünktlich gelandet waren hatten wir sogar Zeit für einen kurzen Snack bevor es mit dem Zug noch 2 Stunden weiter nach Antwerpen ging. Ich hatte schon befürchtet, dass wir die ganze Show verpassen und hab Bridget vorsichtshalber eine SMS geschickt, dass ich mein Flugzeug verpasst habe. Nicht, dass sich noch jemand Sorgen gemacht hätte… Um so mehr habe ich mich gefreut, als prompt die Antwort kam, dass Flogging Molly erst um 22:30 auf die Bühne gehen. Am Bahnhof in Antwerpen dann also schnell ein Taxi geschnappt und tatsächlich um 22:15 am Club angekommen. Schnell meine Freundin bei ihrem Freund abgeliefert, ein kurzes Schwätzchen mit Mike von den Street Dogs gehalten, ein Bier abgeschnappt, ein paar Leute begrüßt und los ging es. Matt mit seiner Concertina Flogging Molly hatten an diesem Tag auch etwas Pech. Dennis hatte Brechdurchfall und war fix und fertig, Bob fehlte auf der Bühne (später habe ich erfahren, dass er wegen gesundheitlichen Problemen seiner schwangeren Frau vorzeitig abreisen musste) und Matts Akkordeon hat den Geist aufgegeben. So musste er das letzte Drittel der Show mit seiner Concertina spielen. Für Matt war das sicher sehr anstrengend, für die Fans eher sehr spannend. Der Show hat es jedenfalls sicher keinen Abbruch getan, obwohl Bob natürlich gefehlt hat und Bridget die Lücken, die das Banjo gerissen hat, mit der Geige nicht immer füllen konnte. Nach der Show habe ich dann meine amerikanischen Freunde (Chris und Merideth von www.thebeergeek.com ) getroffen, bin mit ihnen kurz ins Hotel zum Einchecken und von dort direkt zur After Show Party in einer Kneipe namens “Bar Mondial”. Das war eine der lustigsten After Show Parties die ich je erlebt habe. Die hatten “Sing Star” und es war sehr witzig wer da so alles gegen wen und wie gesungen hat. Der eine oder andere war so voll, das der Sing Star Sieg alleine schon daran scheiterte, dass er den Text nicht mehr lesen konnten. Muss ich mehr sagen? Karaoke bei der After Show Party Irgendwann nach 3 waren wir dann zurück im Hotel und um 8 hat schon wieder der Wecker geklingelt. Böse Falle! Aber alles Jammern hat nichts geholfen, wir mussten den Zug nach Amsterdam kriegen. Gegen 12 Uhr Mittags sind wir dort angekommen und weil Chris der “Beergeek” ist, standen 3 Brauereien und 2 Pubs auf unserem Programm. Mann, war ich müde. Und dann auch noch Schneetreiben in Amsterdam. Eklig. Während unserer Pub-Tour wurde mir dann auch noch ein offener Schnürsenkel zum Verhängnis. Ich bin, während wir schnell eine vierspurige Strasse überqueren wollten, auf besagten Schnürsenkel getreten, konnte mich nicht mehr abfangen und echt übel hingefallen. Ergebnis: Knie aufgeschlagen und die komplette rechte Körperhälfte geprellt und voller blauer Flecken sowie Verdacht auf Muskelfaser-Riss im rechten Arm. Zum Berappeln blieb leider kaum Zeit, es standen noch 2 Brauereien auf dem Programm und dann war ich auch schon mit holländischen Freunden und Andries, dem DutchIrishBastard (www.myspace.com/dutchirishbastard ) verabredet. Schon fast Traditionsgemäß trafen wir uns, wie beim Konzert im Mai, im Irish Pub oberhalb des Melkweg und nach ein paar Guinness machten wir uns auf den Weg zur Show. Es hat ja schon seine Vorteile, wenn man gute Freunde hat. So durften wir alle hinter die Bühne, was im ausverkauften Melkweg schon eine feine Sache ist. Matt mit Andries`Akkordeon Für Andries war es ein besonders Highlight, dass er mit Matt über Akkordeons fachsimpeln konnte. Die Fachsimpelei hatte durch Matts Pech am Vorabend noch eine ganz besondere Note. Andries hatte sein Akkordeon zufällig dabei, weil er direkt von einer Geschäftsreise zum Club gekommen war und hatte es Matt für die Show angeboten. Nachdem Matt es ausprobiert hatte war er auch sehr geneigt tatsächlich dieses Akkordeon auf der Bühne zu spielen, der Gedanke wurde dann aber doch wieder verworfen weil es nicht durch den Soundcheck gegangen war. So kam dann doch das vom Hersteller über Nacht eingeflogene Instrument zum Einsatz. Matt hat aber so großen Gefallen an Andries Akkordeon gefunden, dass dieser nun den “Auftrag” hat genau so ein Akkordeon für Matt zu besorgen. Ist das nicht toll? Akkoreonspieler unter sich Nach der Show waren wir noch alle zusammen im Pub in dem Flogging Molly nach der Show immer abhängen. Es war sehr nett dort, aber ich war echt zu müde um bis zum Schluß zu bleiben. So ging es an diesen Abens schon gegen halb 2 zurück ins Hotel. Was ich an diesem Abend aber noch erfahren habe: die Street Dogs kommen im April nach Europa und spielen auf jeden Fall bei Groezrock, Flogging Molly machen nach der Green 17 Tour in den USA und ein paar Gigs in Australien erstmal mindestens 5 Wochen Pause bevor sie im Sommer in Amerika auf der Warped Tour auftreten und in Europa eine Festival Tour spielen. Bestätigt sind schon Open Flair und Taubertal. Am nächsten Tag konnten wir ja dann nicht, wie geplant, zurück fliegen. Also habe ich mir mit meiner Freundin hinkender Weise Amsterdam angesehen. Zwischendurch haben wir eine Bootsfahrt durch die Grachten gemacht. Das war recht interessant aber vorallem auch sehr witzig. Die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten kam vom Band, in ungefähr acht verschiedenen Sprachen von Spanisch bis hin zu etwas Asiatischem. So kamen wir uns manchmal wie auf bei einem Multi-lingualem Sprachkurs vor. Danach hatten wir Lust auf Fisch und begaben uns auf die Suche nach einem Fisch-Restaurant. In Amsterdam kein Problem, dachten wir… . Die Holländer scheinen von frischem Fisch nicht viel zu halten, wir hatten jedenfalls halb Amsterdam abgelaufen, uns im Rotlichtviertel verirrt und die Suche schon fast aufgegeben bis wir auf ein scheinbar passendes Restaurant stiessen. Leider stellte sich heraus, dass es teuer aber nicht sonderlich gut war. Schade; hat aber ja irgendwie zum Verlauf der Reise gepasst. Abends sind wir dann zu einem meiner Freunde der uns angeboten hatte bei ihm zu übernachten damit nicht auch noch zusätzliche Kosten für eine weiter Übernachtung im Hotel entstehen. Das war super nett und ich will mich auf keinen Fall beklagen, aber dummer Weise hat die Luftpumpe zum Aufblasen der Luftmatratzen nicht funktioniert und wir haben die Nacht bei ihm auf dem Fußboden verbracht. Klingt ungemütlich, besonders mit blauen Flecken, ich habe aber bestens geschlafen. Entweder der Holzfußboden war besonders weich oder ich war einfach nur erschöpft… Am nächsten morgen klingelte dann um 5 der Wecker, damit wir auch ja 100% pünktlich am Flughafen ankommen und uns nicht noch ein weiteres Missgeschick ereilen würde. Es hat dann auch tatsächlich alles geklappt und wir sind ohne weitere Komplikationen pünktlich in Frankfurt gelandet. Alles in Allem möchte ich diese drei Tage zwar nicht missen, bin aber trotzdem immer noch einfach nur froh zuhause zu sein.

Flogging Molly Antwerp 2008

Flogging Molly, Amsterdam, November 2008

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