Dresden, Luxembourg, Mair1: Flogging Molly Tour im Juni

Wenn ihr Flogging Molly schon einmal live gesehen habt, kennt ihr dieses Gefühl: Selbst Wochen nach den Konzertabenden habt ihr noch gute Laune und spürt den Rausch der Musik, des Beats, des Gesangs. Euch gehen Textzeilen wie

Wherever I am you’ll always be
More than just a memory  If I ever leave this world alive“ (Flogging Molly, If I ever leave this world alive)

nicht mehr aus den Kopf. Ihr summt mit, lauft mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht durch die Welt und wünscht euch, hoffentlich bald wieder die Gelegenheit zu bekommen, die Band live erleben zu können.

Cheers!

Cheers!

Der Juni stand in Europa ganz in Zeichen von Flogging Molly. Wer die Band live sehen wollte, hatte nicht nur auf zahlreichen bekannten Festivals, sondern auch bei einigen Clubshows sowohl in Deutschland als auch in Nachbarländern, die Gelegenheit. Wir haben für euch die Shows in Dresden, Luxembourg und auf dem Mair1-Festival in Montabaur besucht! Flogging Molly – Reithalle Straße E in Dresden (8. Juni 2014) Ich weiß nicht, ob ihr euch noch an das Pfingstwochenende 2014 erinnert. Es war, für den eigentlich noch frühen Juni, außerordentlich warm, nein, eher heiß. Die Sonne brannte ohne von Wolken dabei gestört zu werden, vom Himmel herunter und verwandelte ganz Dresden in eine einzige Sauna. Tagsüber war an Stadtbesichtigungen nicht zu denken. Anstelle von der Frauenkirche aus die Sehenswürdigkeiten zu betrachten, gab es nur die Möglichkeit, sich von Schatten zu Schatten zu schleichen und auf den Abend zu warten. Trotz der Hitze war das Konzert gut besucht, das konnte man bereits an den vielen Flogging-Molly-Fans erkennen, die sich am Eingang versammelten. Grüne und schwarze T-Shirts mit dem uns bekannten Logo und Designs überall – die Vorfreude schnellte automatisch in die Höhe. Ein erster Blick in die Location erfreute uns dann noch mehr. Die Reithalle Straße E ist wirklich einen Besuch wert. Der etwas längliche Veranstaltungsraum (sieht übrigens wirklich aus wie eine Halle), überzeugte während des Konzerts nicht nur durch die Akustik, sondern auch durch eine gute Organisation. An der Seite waren lauter kleinere Bars aufgebaut, die eine Versorgung mit Getränken von jedem Standpunkt aus möglich machen! Perfekt, dafür gibt’s ein ganz großes Lob, das sich auch nicht dadurch schmälert, dass circa fünf Minuten nach Ende des Konzerts das gesamte Wasser ausverkauft war. Das Konzert selbst war der perfekte Auftakt in den Flogging Molly-Juni. Sean and Zander überzeugten als Vorband mit ihren melodischen und gefühlvollen Songs wie „Retablo“ oder „Song about Songs“. Sean Wheeler hatte bereits nach wenigen Minuten das Publikum aufgeheizt und mit seiner charmanten Art und Weise um den Finger gewickelt. Wer an diesem Abend Sean & Zander gehört hat, der wird sie so schnell nicht wieder vergessen haben! Ich bin heute noch froh, die beiden Musiker und die Band auf den Konzerten kennengelernt zu haben. Sie haben schon jetzt einen Stammplatz in unseren Musiklisten! Nach einer ganzen Reihe wunderbarer Songs wussten die eingesessenen Flogging Molly-Fans gleich, was jetzt kommen würde. Die Bühne wurde vorbereitet, die Instrumente hingestellt, gestimmt, die Mikrofone getestet und auf die richtige Höhe gebracht. Zum Stimmen und Anspielen der Gitarren erklingen bereits die Melodien der bekannten Songs. Vorne in den ersten Reihen begangen bereits die ersten in die Höhe zu springen. Die Stimmung wurde immer besser und explodierte spätestens dann, als das Licht ausging (was allerdings um 21 Uhr im Sommer bei einer Location mit großen Fenstern nicht wirklich etwas bringt ;)) und die Band der Reihe nach auf die Bühne trat. Wer sich die Songlisten der 10th 17 Green-Tour angesehen hat, der konnte es (vielleicht) schon ahnen: „Screaming at the wailing wall“ ertönte und alle waren gleich dabei. Es wurde mitgesungen & mitgesprungen. Das Licht passte, der Sound hat gestimmt, die Mischung aus älteren und neueren Songs war nahezu perfekt. „Whistles the wind“, „If I ever leave this world alive“ und „Likes of you again“ – eine wunderbare Auswahl! Bei einem solchen Konzert verfliegt die Zeit viel zu schnell. Gut, dass es noch eine Zugabe gibt! Leadsanger Dave King ließ sich nicht lange bitten, griff zur Gitarre und präsentierte eine zum Großteil Solo-Version von „Black Friday Rule“. Einzigartig, wundervoll, dieses Lied einmal in dieser Version gehört zu haben. Danke, Dave! Wie immer ließen es sich die Bandmitglieder nach diesem phantastischen Konzert nicht nehmen zu den Fans vor die Bühne zu gehen und für Fotos zu posieren, Autogramme zu geben und einen kurzen Plausch abzuhalten. Ich nutzte die Gelegenheit gleich und erfüllte mir einen lang gehegten Wunsch: Eine beginnende Sammlung von Flogging Molly-Autogrammen auf meinem iPhone! Flogging Molly – Den Atelier Luxembourg (11. Juni 2014) Flogging Molly LuxembourgSelbst für manche Fans mag es etwas übertrieben sein, mehrere Flogging Molly-Konzerte in kurzer Zeit hintereinander zu hören, wenn sich allerdings die Gelegenheit bietet, sollte man sie am Schopf ergreifen. Bereits drei Tage später machten wir uns frühmorgens von Frankfurt am Main auf den Weg nach Luxembourg, um dort erneut einem Flogging Molly-Konzert zu lauschen. Die Eindrücke von der ersten Show waren noch gar nicht richtig verarbeitet: Immer noch schmetterten wir im Auto einen Flogging Molly- und (neuerdings auch) Sean & Zander-Song nach dem anderen. Gut, dass wir alleine unterwegs waren, unser gesangliches Talent ist doch eher im niedrigeren Bereich einzuschätzen, aber die kleine Wolke, auf der man nach einem so guten Konzert wie in Dresden schwebt, lässt einen darüber hinweg blicken. Da das Wetter immer noch gut aber nicht mehr so heiß war, beschlossen wir vor dem Konzert die Stadt Luxembourg zu besichtigen. Wunderschön und lohnenswert! Geschichte trifft hier auf Moderne. Die Stadt lädt zum Flanieren ein und wir waren sogar ein bisschen traurig, dass die Zeit so schnell verging. Gegen sieben Uhr machten wir uns allerdings auf den Weg zur Konzertlocation. Am Morgen hatten wir es bereits geschafft, gegenüber dem Club zu parken (die Parkplatzsuche ist in Luxembourg nicht nur schwierig sondern auch teuer!) und genossen nun den Vorteil, uns nicht direkt in der Schlange anstellen zu müssen, die übrigens bis auf die Hauptstraße reichte, sondern in unserem Auto warten zu können. Pünktlich öffneten sich die Türen der Location, der Bratwurst-Geruch stieg einem in die Nase und wie immer checkten wir erst einmal die Lage. Waren wir von Dresden beeindruckt, mussten wir von Den Atelier leider noch beeindruckter sein. Ein kleiner, nur für 800 Personen ausgelegter Club, der auf zwei Ebenen ausgelegt war. Ich entschied gleich: sollte hier jemals eine meiner Lieblingsbands spielen, ich komme wieder! Erst konnten wir uns nicht entscheiden: Nach vorne oder doch lieber oben stehen? Doch mein Wunsch, in der ersten Reihe zu stehen, überwog dann. Schließlich hatte ich schon in Dresden darauf verzichtet. Wir gesellten uns zu den anderen Flogging Molly-Fans und mussten gar nicht mehr lange warten, bis wieder Sean and Zander auf der Bühne standen. Der Vorteil, ein zweites Konzert zu besuchen, liegt eindeutig darin, dass man die Vorband schon kennt. Konnten wir in Dresden nicht mitsingen, waren wir jetzt (und zweieinhalb Übungsstunden auf den Weg nach Luxemburg später) bestens vorbereitet. Wir tanzten und sangen gemeinsam mit Sean und konnten irgendwie „Retablo“ nicht erwarten. Unter anderem, weil es ein sehr gutes Lied ist, dann aber auch, weil wir wussten, dass es der letzte Song der Vorband sein würde. Und natürlich auch aufgrund der Tatsache, dass es uns interessiert hat, wie Sean seine Performance in einem Club mit zwei Ebenen durchziehen würde. Gesangliche Laola-Wellen auf zwei Ebenen? Geht wirklich (mit ein bisschen Übung). An dieser Stelle ein kurzer Tipp: Solltet ihr mal in die Gelegenheit kommen, Sean and Zander live zu erleben, tut es! Die beiden Musiker machen nicht nur Musik, sondern eine sehr unterhaltsame Show! Dave King bei der Zugabe (Luxembourg)Der Vorteil eines kleinen Clubs: Die Bühne ist ebenso klein. Okay, für die Band mag sich das als ein Nachteil erweisen, für die Zuhörer in der ersten Reihe wird das Blickfeld allerdings sehr übersichtlich (und auch für Fotos nicht schlecht). Die Bühne hatte nicht einmal genügend Größe, um das Banner der Band aufzuhängen und man merkte schon, dass die Instrumente sehr viel enger beisammen standen. Der Dynamik der Band tat diese Enge allerdings nicht schlecht. Geballte Flogging Molly-Energie konnte man spüren und zwar in jeder einzelnen Sekunde des Konzerts. Die Band stapfte über dunkle Treppen die Bühne hinauf (es gibt Dinge, die sieht man von den hinteren Reihen einfach nicht, zum Beispiel, wie viele Stolperfallen es gibt, wenn man auf eine Bühne will! Oder wie viele Kabel da einfach nur rumliegen.) und begann mit den gleichen Songs wie in Dresden. Kein Problem für uns. Wir wussten, was kommen würde, wir freuten uns und hatten in den ersten Reihen trotz sehr anstrengender Stage-Diver sehr viel Spaß! Unter anderem auch dank des netten Security-Manns, der uns immer mit Wasser versorgte und uns vor den Stage-Divern mit ihren harten Schuhen rettete. Danke! Hüpfen, Springen, Singen, Tanzen, Heulen bei den emotionalen Lieblingssongs: Alles war während der Show dabei und untermalt von bester Laune. Waren wir der Meinung, die Stimmung in Dresden sei nicht zu übertreffen gewesen, so haben wir uns geirrt, denn: Doch, sie war es. Luxembourg ging ab. Bei den zwei weiteren Flogging Molly-Konzerten, die ihr vorher besucht habe (2013 Herford und 2012 Frankfurt), habe ich es auch nicht erlebt. Die Besucher in Luxembourg kannten die Texte, sie wussten, wann die Spannungskurve explodieren würde und wann sie die Hände in die Höhe zu reißen hatten. Der Band machte es sichtlich Spaß. In Luxembourg waren es nicht an die 800 einzelne Fans, es war eine Gruppe, eine Crowd von Flogging Molly-Fans, die friedlich miteinander ihre Lieblingsmusik feierten, genossen und ihren Spaß hatten! Während alle nach „one more song“ schrieen, stimmten einige  „We will rock you“ an und Dave legte eine saubere Performance der ersten Strophen hin. Unvergesslich einzigartig. Da muss man dabei gewesen sein! Nach dem Konzert hatten wir das Glück, noch den ein oder andern Plausch mit den Mitgliedern der Band führen zu können. So langsam bleibt man sich im Gedächtnis. Und wir mussten lernen: Zander Schloss beherrscht nicht nur seine Instrumente sondern durchaus auch die Fähigkeit sehr geile Zeichnungen anzufertigen! Thank you for the nice talks, guys. We’re very happy and we’ll never forget. Während wir noch eine Weile im Club blieben und diesen erst mit den letzten der Band verließen, Dennis und Matt an der Bar nebenan trafen, wo bereits die erste Sub-Party gestartet war, war für mich eins klar: Das konnte jetzt noch nicht das letzte Flogging Molly-Konzert für mich dieses Jahr gewesen sein! Da muss doch noch was gehen? Zwei Blicke auf das Smartphone später dann die Entscheidung: Ich muss auf das Mair1-Festival! Flogging Molly auf dem Mair1-Festival in Montabaur (27. Juni 2014) Dave King Mair1-Festival MontabaurFestivals kannte ich, bevor ich das Mair1 dieses Jahr besucht habe, insbesondere nur aus Schilderungen von Freunden und Bekannten. Das eine Festival, was ich vorher besucht hatte, war friedlich und eigentlich nicht nennenswert. Das Mair1 hingegen war eindeutig in die Richtung eines „echten“ Festivals zu sehen und es sollte für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Als völliger Festival-Newbie geschah es eher zufällig, dass Ute und ich beide entschieden, das Mair1 zu besuchen und im Endeffekt dann sogar gemeinsam den Tag verbrachten. Danke, liebe Ute, für dieses unglaubliche Erlebnis, den Support und die Einführung ins „Festival-Leben“. Das werde ich dir niemals vergessen! Die Auswahl der Bands am Festival-Freitag war interessant. Neben ein oder zwei Bands, die ich bereits im Vorfeld bereits kannte, tauchten einige auf, die ich mir wahrscheinlich nie wieder anhören möchte und wiederum einige, die durchaus interessant sind. Ich habe gelernt, dass man aufgrund einer schreienden Stimme nicht davon ausgehen darf, dass die Sänger der Band männlich sind, und es wurde mir tatsächlich meine langjährige Vermutung bestätigt, dass Guinness aus Dosen einfach viel besser schmeckt als aus der Flasche. Flogging Molly Mair1 Montabaur Flogging Molly war die letzte Band des Abends. Während sich tagsüber die Festivalbesucher bereits die Seele aus dem Leib sangen und sich freuten, freute ich mich darauf, ein Konzert ausnahmsweise mal nicht von vorne oder aus der letzten Reihe zu betrachten, sondern von der Seite. Und ich bin ehrlich: So schnell werde ich dises Erlebnis nicht mehr vergessen. Erkennt man in der ersten Reihe Dinge, über die man sonst nicht nachdenkt und die man für selbstverständlich ansieht, wird einem mitten im Geschehen erst bewusst, was alles zu dieser Show hinzugehört. Wechsel der Gitarren, zwischenzeitliches Stimmen und Saiten-Tauschen, Drinks anrühren, hüpfende Fans an der Seite zurechtweisen … und noch vieles mehr. Krass! Mair1 FestivalNatürlich ist so eine Show auf einem Festival ein bisschen kürzer als eine Clubshow, aber der Stimmung tat es doch nicht ab. Die Fans waren glücklich, wir waren glücklich und ich hoffe die Band war es ebenfalls. Spätestens bei dem letzten Lied war mir klar: Sobald Flogging Molly nächstes Jahr wieder in Europa unterwegs sind, bin ich dabei. Und es wird bei weitem nicht bei einem Konzert bleiben.   Ich hoffe sehr, dass es auch im nächsten Jahr eine (für mich auch passende) Zeit geben wird, in der die Band in Europa touren wird. Daumendrücken ist angesagt. Und für alle, die im August noch nichts vorhaben (oder nicht wie ich auf Reisen sind), da sind noch ein paar Shows übrig! Zuletzt bleibt nur noch zu sagen: Thank you guys. This shows were absolutely crazy, nice, great, wonderful, epic… there is no word which describes this shows in the right way.

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